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Von Usability-Testing zu User Centered Development

Hatte etwas geschrieben, was deutlich zu lang war für ein einzelnes Posting. Habe es jetzt zweigeteilt. Trotzdem, wer sich nur für Usability an sich und nicht für die Usability-Branche interessiert, darf morgen wiederkommen. 🙂

Anfang 2001 haben wir bei Zeix angefangen, Usability als Standalone-Dienstleitung anzubieten. Erschreckend viele Internet-Verantwortliche hatten damals noch gar nichts davon gehört. Andere meinten zu wissen: „Usability = Testing“. Das blieb aber für uns nur in den ersten beiden Projekten so. Wir erkannten schnell, dass unsere Kunden nicht nur eine Fehlerliste brauchen, sondern basierend auf den Testergebnissen konkrete Verbesserungsvorschläge. Also haben wir die angebracht, zuerst nur skizzenhaft („hier könnte man stattdessen eine Maske ähnlich wie XYZ.com machen“), dann immer konkreter („hier unser Vorschlag für die neue Maske“).

Nicht selten kam jedoch dann die Webagentur der Kunden (befreundete oder solche, die das hier mitlesen, natürlich ausgenommen) und machte beim Umsetzen so schlimme neue Fehler rein, dass uns beim ersten Besuch der Site nach dem Launch das nackte Entsetzen packte. Wir erkannten, dass wir besser recht genaue Spezifikationen abliefern sollten, damit wirklich nichts schiefgeht. Von dort aus war es dann nur noch ein Schritt dorthin, dass wir selbst auch entwickelten, zunächst meist in Folgeprojekten von Tests. Natürlich immer unter Einbezug der User, in Iterationen. Breit, aber gleichzeitig recht detailliert. Am Ende hübsch anmalen und das CMS aufsetzen machen weiter die Agenturen, wobei es mit denen, die auch Konzepte anbieten (was ja die grossen alle machen), natürlich nun merkliche Überlappungen gab.

Für das ganze gibt es natürlich auch ein griffiges englisches Wort, nämlich „User Centered Design“; damit man es eben nicht mit Anmalen verwechselt, ist noch besser: „User Centered Development“. Es gibt sogar dazu die ISO-Norm 13407 (Wikipedia, ISO).

Und so sieht das als Folie aus:

So weit, so gut. Nur: Nicht wenige Internet-Verantwortliche denken bis heute nur, wenn sie Usability hören, an Testing kurz vor dem Launch. Leider ist es am Ende natürlich oft schon zu spät. Selbst wenn man alle Fehler findet, hat man kein Budget und keine Zeit mehr, noch etwas zu ändern. Es ist also nicht nur die Lust auf höhere Budgets, die uns antreibt, wenn wir dem Kunden zu User Centered Development raten, sondern unsere feste Überzeugung, dass es keine sinnvolle Alternative gibt.

Wer also heute „Usability“ sagt, kann ganz verschiedene Dinge meinen. Einerseits die Qualität an sich, andererseits Projekte (und Anbieter), die reichen von „Wir haben einen bei uns, der nochmal draufschaut und darauf achtet“ bis zu „Unser ganzer Entwicklungsprozess ist auf den Einbezug der späteren User ausgerichtet.“

So weit die Ausgangslage für die Kommunikation. Siehe dazu auch den nächsten Beitrag Wie würde Seth Godin Zeix verkaufen?

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