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Aus dem Polizeiauto direkt ins Internet

Die Zürcher Stadtpolizei will alle ihre Streifenwagen bis 2009 so ausrüsten, dass die Uniformierten daraus auf alle erdenklichen Datenbanken, insbesondere auch ins Internet, Zugriff haben.

Via Klein Report von heute; vgl. auch Powerpoint-Präsentation auf Stapo-Website.

Die Zürcher Stadtpolizei will alle ihre Streifenwagen bis 2009 so ausrüsten, dass die Uniformierten daraus auf alle erdenklichen Datenbanken, insbesondere auch ins Internet, Zugriff haben. Dies gab die Zürcher Stadtpolizei am Montag bekannt. Es geht dabei vorab um die Datenbanken von Bund, Kanton und Stadt, mit denen sich Personalien wie Fingerabdrücke oder Fahndungsaufrufe abfragen oder Fahrzeugdaten und Parkierbewilligungen überprüfen lassen. «Früher musste man dafür auf der Zentrale anrufen, wo jemand aus den Datenbanken die nötigen Informationen heraussuchte», erläuterte Lars Moser, Verkehrspolizist bei der Zürcher Stadtpolizei, die neue Ausrüstung.

Konkretes Beispiel: Ein junger Autolenker gerät mit einem total demolierten Wagen in eine Geschwindigkeitskontrolle. Der Mann gibt vor, sein Auto derart zerstört auf eBay ersteigert zu haben. Dank des Laptops und der Verbindung ins Internet im Innern des Streifenwagens, findet der Polizist rasch heraus, dass der Mann die Wahrheit sagt. Moser zeigt, wie er auf der Internetseite von eBay sofort gesehen habe, dass der Wagen des Mannes beim Kauf bereits demoliert war.

Dass es sinnvoll ist, im Streifenwagen die gleiche Arbeitsumgebung zu haben, wie auf der Polizeiwache, plus Remotefingerabdruckchecker etc. (siehe Präsi) erscheint mir absolut plausibel. Gut, dass die Polizei mit den tollen Cisco-VoIP-Telefonen (vgl. „24“-Ringtone) rumfährt, die uns zu teuer waren, hätte von mir aus nicht sein müssen, aber trotzdem viel Spass damit.

Nur das eBay-Beispiel erscheint mir gelinde gesagt etwas an den Haaren herbeigezogen. Selbst wenn das polizeitechnisch ein relevanter Case ist, zeugt die eBay-Hälfte nicht eben von eBay-Sachverstand. Sofort mit Ende der Auktion verschwindet ja das Objekt aus dem Index und ist auch mit gezielter Suche nach „Auto total demoliert“ nicht mehr zu finden. Der „junge Autolenker“ müsste also entweder die 12stellige Artikelnummer noch auswendig wissen, oder er müsste sich selbst eben im Polizeiauto in sein „Mein eBay“ einloggen und von dort aus die Auktion aufrufen. Schon das erscheint eher unrealistisch. Und ausserdem werden nach 90 Tagen (meine ich mich zu erinnern) die Fotos vergangener Auktionen aus der Datenbank gelöscht. Aber mit der ganzen neuen Ausrüstung erwischt die Stapo ein verbeultes Auto sicher schneller.

Kommentare

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leo

10.07.2006 - 22:04

Hallo Herr zeix (Sorry, die dumme Anmache. Aber müsste hier, seit nicht mehr nur der Chef bloggt, auch ein Autor stehen?) Weiss nicht ob ich das ganze so toll finden soll. Natürlich ist es nett wenn der gelangweilte Streifenpolizist ein wenig surfen (oder gar bloggen kann) wenn er gerade nichts zu tuen hat. Auch das Telefon von Jack Bauer schindet sicher Eindruck. Das dass ganze auch sinnvoll verwendet werden kann, glaube ich voll und ganz. Der Datenbank Zugriff ist sicher eine super Sache. Aber brauch ein Polizist drausen im Streifenwagen wirklich einen vollen Arbeitsplatz? Ich denke das eine abgespeckte Version hier mehr Sinn machen würde. Besonders am Sinn des Internetzugriffs zweifle ich ein wenig. Bei jeder Personenüberprüfung noch schnell ein paar Behauptungen im Internet nachprüfen und die dann auch noch auf Wahrheitsgehalt zu prüfen, was teilweise selbst Experten schwerfält. Arme Polizisten!

Marcel

10.07.2006 - 22:41

Auf der Homepage steht es – aber nicht auf der Page des individuellen Beitrags: „10.7.2006 um 22:57 von Peter Hogenkamp“ Peter – wenn Ihr dann grad am flicken seid, hier waere noch etwas 🙂 http://blog.marchon.org/2006/07/websites-with-no-background-color-or.html

Peter Hogenkamp

11.07.2006 - 6:58

Hallo Leo Danke für den Hinweis. Das mit dem Autor wurde bei uns vor allem intern schon mehrfach reklamiert; wird in absehbarer Zeit mit dem Release 2.0 geflickt. Inhaltlich: Das „Surfen“ sollte man wohl nicht überbewerten, sondern dass einfach viele Applikationen inzwischen Web-Schnittstellen haben. Und das mit dem vollen Arbeitsplatz, nun, ganz voll wird er wohl eh nicht sein, aber ich denke, dass es durchaus sinnvoll ist, die Leute mit denselben Tools auszustatten wie im Büro, damit sie sie auch wiklich einsetzen, weil sie nicht zwei Programmlogiken lernen müssen. Der Polizist an sich ist vermutlich nicht per se IT-affin; wenn man es ihm leicht macht, die Bösen mit modernen Tools zu jagen, umso besser. Hallo Marcel Danke für den Hinweis. Kaywa macht leider keine automatischen Trackbacks, sonst hätte ich ihn gesehen. Sieht ja schlimm aus mit grauem Hintergrund. Wird auch geflickt mit demselben Release. 🙂