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100 Jahre Eye-Tracking

Seit über 100 Jahren wird die Eyetracking-Methode eingesetzt, um die Augenbewegungen eines Betrachers zu messen. War Eyetracking früher vor allem für die akademische Forschung von Interesse, hat sich heute der Einsatz auch für kommerzielle Zwecke durchgesetzt. Hochspezialisierte Geräte ermöglichen es, das Sehverhalten zu messen, ohne eine Testperson einzuschränken, weil z.B. ihr Kopf stabilisiert wird.

Auch in der Usability-Forschung wird Eyetracking gerne eingesetzt. Bunte Heatmaps veranschaulichen dann das Surf-Verhalten der Testpersonen am Bildschirm. Dies hat seine Berechtigung, denn man weiss, dass visuelle Stimuli das Blickverhalten lenken und somit das Verhalten beeinflussen können. Gewisse Verhaltensmuster sind bottom-up-gesteuert und haben kognitionspsychologische Grundlagen. So wenden wir uns z.B. bewegten Reizen reflexartig zu. Andere Verhaltensmuster sind jedoch top-down-gesteuert, d.h. sie sind abhängig von Eigenschaften, Erfahrungen und Gefühlen einer Person und sind nur mit Vorwissen über die Person erklärbar. Und was man meist gar nicht weiss: Was denkt sich die Testperson dabei? Um die Ergebnisse von Eyetracking-Studien zu interpretieren und um die User Experience zu erheben, sind deshalb zwingend Interviews in Verbindung mit Experten-Beobachtungen notwendig.

Eyetracking-Studien können sich also durchaus lohnen, sofern sie in Kombination mit klassischen Usability-Tests durchgeführt werden. Nicht zu unterschätzen ist jedoch die Menge an Daten, die  interpretiert werden will. Gerade bei der zunehmenden Dynamisierung von Web-Inhalten wird dies zu einem Kostentreiber. Darüber hinaus sind Ergebnisse aus Eyetracking-Studien oftmals so banal, dass  die Kosten-Nutzung-Rechnung nicht mehr aufgeht.

Fazit: Der Einsatz von Eyetracking muss mit Bedacht gewählt werden und lohnt sich nicht in jedem Fall. Wir verwenden das Budget lieber für Methoden, die dem Kunden maximalen Nutzen bringen.

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