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Usability zur Durchsetzung von Menschenrechten

Beitrag von Thierry Corbat, Webmanager bei Amnesty International Schweiz zum Thema «Engagement durch gute User Experience», World Usability Day 2014

Amnesty International Schweiz setzt jährlich gegen 2000 Artikel auf 4 Websites in insgesamt 9 Sprachversionen online mit Inhalt für Schülerinnen, Journalisten, Mitglieder, Spenderinnen und alle Amnesty- und Menschenrechts-Interessierte.

Davon sind 500 Urgent Actions, d.h. die User versenden E-Mails, Fax und Briefe an die verantwortlichen Behörden, um sie unter Druck zu setzen. Dazu brauchen wir das Engagement möglichst vieler Leute.

Übersicht Filter der Urgent Actions
Filter der Urgent Actions, dessen Darstellung wir mit Zeix erarbeitet haben

Da kann einem der – natürlich – bestehende Anspruch auf gute Usability schon bange machen. Für 4-5 solcher Fälle pro Jahr schalten wir eigene Petitions-Microsites online, wie z. B. stop-folter.amnesty.ch. Das Engagement der User unterstützen wir dort mit maximal vereinfachter Aufbereitung. Beim Grossteil der mehreren hundert Urgent Actions fördern wir das Engagement durch eine möglichst benutzerfreundliche Darstellung. So kann man die Liste der Fälle nach Themen und Ländern filtern.

Zudem zeigen wir die Fälle mit Musterbrief an. Dies beruht auf der Erfahrung, dass mindestens anderthalb mal soviele Briefe geschrieben werden, wenn eine Vorlage zur Verfügung steht.

Responsive Webdesign hilft, noch mehr auf den Punkt zu kommen.

Derzeit konzipieren wir die nächste Version unserer Website im Responsive Design. Ressourcenbedingt dürfen sich NGO-Websites ja in etwas langsamerem Rhythmus relaunchen, was uns Zeit lässt, Neuerungen erstmals bei andern anzusehen, zu beurteilen und davon adaptiert zu übernehmen, was «usable»  macht. Auch profitieren wir von Amnesty-internationalen Skillshares, dem losen Austausch unter den Webleuten schweizerischer NGOs und indirekt von der gut strukturierten Community unseres CMS «Plone».

Dabei kommt mir der folgende Satz von Steve Krug öfters in den Sinn: «Omit unnecessary words». Responsive Webdesign hat bei uns erfrischende Vereinfachungs-Prozesse ausgelöst, bei denen man «den Kern der Sachen» herausschälen muss. Unmöglich, dass die Usability nicht davon profitieren wird.

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