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Durchgecheckt: was das CMS Craft kann, was nicht und warum Webredaktionen Craft lieben

WordPress, Typo 3 oder doch was von Adobe? Content Management Systeme auswählen ist anstrengend. Auch wir haben uns die Auswahl eines Haus-CMS nicht leicht gemacht. Warum wir uns für den «Hidden Champion» Craft entschieden haben, erklären wir hier. Und bei welchen Anforderungen Sie Craft auf Ihre Shortlist setzen sollten. 

Craft CMS: Beitragsbild, Durchgecheckt, Was kann Craft CMS
Photo by Rémi Müller on Unsplash

Worauf kommt es an bei der Auswahl eines Content Management Systems? Internet-Verantwortliche, Produktmanagement, Autor’innen, Webmaster und Betriebsinformatik bringen ihre Anforderungen mit ins Projekt. In unserer Checkliste für die CMS-Auswahl haben wir verschiedene Merkmale zusammengetragen, die bei der Wahl eines CMS allen nutzen.

Gut abgeschnitten hat bei uns CMS Craft aus dem Hause Pixel and Tonic. Das Craft CMS ist ein relativ neues und modernes Content-Management System, welches besonderen Fokus auf Flexibilität, benutzerdefiniertes Frontend und einfaches User- und Backend-Management setzt. Über 35’000 Websites laufen bereits weltweit über Craft. Auch in der Schweiz gewinnt Craft zunehmend Fans. (Stand Mitte 2020: ~1500).

Grüne Wiese 

Craft ist gleichzeitig einfach und komplex. Viele CMS setzen auf vorgefertigte Themes und tendieren dazu, dem Benutzer viele der Entscheidungen abzunehmen, was das CMS können sollte. Dagegen gibt es bei Craft weder Themes noch Templates – Sie starten auf der «grünen Wiese».
Dadurch ist es möglich, eine Bedienoberfläche für das Redaktionsteam zu bauen, die nur die Funktionen und Seiten bereitstellt, die auch benötigt werden. Das schützt vor Performance-Einbussen und ist nachhaltig im Fall von späteren Anpassungen.

Besonders aus Sicht von Autor’innen besticht Craft in Punkto Anpassung, Erweiterbarkeit und wenn ein Bedürfnis nach flexibler Gestaltung von Front- und Backend besteht.

Flexible Inhaltserstellung

Nutzen für Autor’innen

Für jeden Seitentyp können die Bereiche für die Inhaltserfassung konfiguriert werden. Autor’innen haben – in festgelegten Grenzen – grösste Flexibilität zur Gestaltung des Inhalts, ohne mit Code-Schnipseln operieren zu müssen. Die nachträgliche Integration von neuen Elementen (z.B. interaktive Grafiken) in den regulären Inhalt ist problemlos möglich. 

Beispiele für verschiedene Inhalts-Masken

Craft CMS: Eingabemaske Titel & Text, Layout Segmente
Die Layout-Segmente am unteren Ende des Screenshots, sind selbst erstellte Inhaltsblöcke und können beliebig erweitert oder umbenannt werden.
Craft CMS: Eingabemaske Titel & Text, Layout Segmente
Reihenfolge und Benennung der einzelnen Inhaltsfelder kann frei gewählt werden.

Personendaten erfassen

Dieser Screencast zeigt, wie Sie eine neue Person z.B. für eine Kontaktbox, anlegen.

Redaktionelle Gewichtung auf Veranstaltungsseiten

Auch seitenübergreifend können Sie sich redaktionell unterstützen lassen. So lässt sich z.B. bei Inhaltsseiten eine Checkbox hinzufügen, die steuert, ob ein Beitrag auf der zugehörigen Übersichtsseite hervorgehoben werden soll oder nicht. 

Live Preview

Viele Autor’innen schätzen die schnelle Änderung von Inhalten in der Live-Ansicht.

Einfache Benutzerverwaltung

Die Administratorin kann fein abgestimmte Freigabe-Regeln anlegen, die abhängig von Bearbeiter’innen und Bereichen sind. So sieht der/die Autor’in auch nur das, was er/sie sehen und bearbeiten muss.

Praktische Bildbearbeitung

Autor’innen können alle mögliche Dateitypen, egal ob Bild oder Text-Dokument, selbst anpassen und bearbeiten (Grösse ändern, Kopien erstellen, Tags und Metadaten hinzufügen). 

Für verschiedene Anwendungsfälle (z.B. Inhaltsbilder, Infografiken) können sie separate Ordner erstellen und mit der entsprechenden Konfiguration verhindern, dass Autoren sich einer falschen Datenquelle bedienen.

Bildupload und Bearbeitung

Integriertes Backup mit Hilfe von Versionierungen

Ältere Versionen von Seiten und Dateien werden automatisch gespeichert. So können versehentlich überschriebene Inhalte notfalls einfach wiederhergestellt werden.

Craft CMS: Versionierung
Schneller Zugriff auf ältere Textversionen

Geringer Schulungsaufwand

Der Backend-Bereich, in dem die Autoren Inhalte abfüllen, ist aufgeräumt, übersichtlich und intuitiv verständlich. Schulungen sind somit in kürzester Zeit möglich.

Bei Bedarf gut zu erweitern

Craft punktet mit seiner schlanken und flexiblen Grundstruktur. Mittels eigener Erweiterungen oder externer Plugins kann Craft beliebig ausgebaut und mit zusätzlichen Werkzeugen verfeinert werden.

Neuerungen mit der Version 3.5

Seit dem Update auf Version 3.5 ist z.B. möglich, die Eingabemaske für die Autoren mit Hilfe von neuen User Interface Elementen (UI Elements) noch stärker zu organisieren. So können Sie Zwischenüberschriften, Trennungslinien, Tipps- & Warnhinweise platzieren. Auch Eingabefelder können Sie nun nebeneinander anordnen.

Wo Craft noch ein wenig schwächelt

Sie ahnen es vielleicht: Für ein Craft CMS benötigen Sie von Beginn weg eine/n Craft-Spezialistin/en, der die Templates nach Ihren Anforderungen baut – inhouse oder von einer Agentur.

Die integrierte Mehrsprachigkeit bei Craft ist um einiges besser als bei vielen anderen CMS. Allerdings muss die Inhaltsstruktur für jede Sprache gleich sein, ansonsten ist viel Handarbeit angesagt.

Nicht wirklich eine Schwäche, aber eventuell ein Hinderungsgrund, ist der initiale Mehraufwand und die längere Entwicklungszeit. Craft verfügt nicht über «Themes», d.h. fertige Designvorlagen oder Templates wie z.B. WordPress, Drupal oder Magento. Deshalb sind Craft-Umsetzungen immer Individuallösungen. Da diese entsprechend mehr kosten als vorgefertigte Templates, lohnt sich der Einsatz von Craft dann besonders, wenn ein Bedürfnis nach flexibler Gestaltung von Front- und Backend besteht und Sie sich eine Lösung wünschen, die mitwächst.

Sicherheitsaspekte

Hier kommt Craft sein Nischendasein zu Gute. WordPress hat schon auf Grund der grossen Verbreitung und Bekanntheit das Problem, ein lukratives Ziel für Bots und Hacker zu sein. Da Craft und die meisten Plugins dafür von diversen Firmen vermarktet werden, wird auf Sicherheitslücken relativ schnell und verlässlich reagiert. Mit regelmässigen Updates ist man in Punkto Sicherheit deshalb gut aufgestellt.

Fazit

Craft ist ein CMS, das auf grösstmögliche Flexibilität bei der Erfassung und Publikation von Inhalten setzt. Gegenüber etablierten CMS-Alleskönnern wie Typo3 punktet Craft insbesondere mit übersichtlichen, frei gestaltbaren und intuitiv bedienbaren Backend-Seiten. Der geringere Standard-Funktionsumfang hinsichtlich spezieller Werkzeuge ist auch nur dann ein Nachteil, wenn Sie diese Funktionen wirklich brauchen und nicht mit einem Zusatzmodul (Plugin) realisieren können.

Craft ist also ein CMS für Autor’innen, die für ihre Bedürfnisse passgenaue Lösungen suchen und Wert auf eine einfache Bedienbarkeit legen.

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