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Mit Design Thinking zum User-Experience-Profi

Herbst ist traditionell die Zeit der Berufswahl-Veranstaltungen, MINT- und Technikwochen oder Zukunftstage. 50 Gymi-Schüler:innen im Alter von 15–17 Jahren entdeckten in den letzten Wochen bei Zeix die kreative Seite der Informatik. In Design Thinking Workshops haben sie fantasievoll Geräte und Apps für den Alltag erdacht, visualisiert und den anderen Gruppen «verkauft».

Zur Gestaltung einer gut bedienbaren digitalen Lösung braucht es mehr als virtuose Programmierkenntnisse. Zu dieser und vielen weiteren Erkenntnissen gelangten rund 50 Gymi-Schüler:innen während der interaktiven Workshops zu User Centered Design, die wir im Rahmen der Technik- und Informatikwochen von IngCH durchgeführt haben. Während des Workshops erarbeiteten die Schüler:innen digitale Lösungen zu alltäglichen Problemen.

Finde ein echtes Problem

Was stört dich im Alltag jeden Tag aufs Neue? Anhand dieser Einstiegsfrage reflektierten die Jugendlichen ihren Alltag. Zu frühes Aufstehen, zu kurze Mittagszeit, zu viel Auswahl im Kleiderschrank, zu langes Anstehen bei den Mädchentoiletten, ungleichmässig erwärmtes Essen und Schwierigkeiten beim Finden eines Gesprächsthemas. Die täglichen Herausforderungen sind vielfältig. In einem ersten Schritt ging es nun darum Problemstellungen einzugrenzen und zu analysieren. Wer ist betroffen, wann und wo tritt ein bestimmtes Problem auf und wie könnte Abhilfe geschaffen werden? Die Schüler:innen arbeiten dazu in Gruppen von 3 bis 4 Personen. 

Zielgruppe festlegen ist gar nicht so einfach

Sind wirklich alle von einem Problem betroffen? Ist eine digitale Lösung immer für alle Betroffenen geeignet? Ein wiederkehrender Knackpunkt war die Definition der Zielgruppe. Die Jugendlichen gingen häufig davon aus, dass ein bestimmtes Problem zwangsläufig die gesamte Gesellschaft betreffen würde. Bei Nachfragen stellte sich oft heraus, dass mit «allen» vielleicht doch eher jüngere Personen gemeint waren und weitere implizite Definitionen von Nutzergruppen mit einflossen. Das Projekt «Treppen für alle» wollte Rolltreppen im besonderen für Personen mit Rollstuhl oder Kinderwagen zugänglich machen. Also mussten die Junior-Konzepter:innen vorwiegend auf deren Bedürfnisse Rücksicht nehmen.

Think first! statt Programmierung

Erst denken, dann bauen war die Devise. Zur Bewältigung der Aufgabe standen den Schüler:innen Post-its, Buntstifte, Klebeband, Papier und weiteres Bastelmaterial zur Verfügung. Sie machten fleissig Notizen, skizzierten Ideen – und verwarfen sie wieder. Design Thinking bereitete ihnen sichtlich Freude und motivierte sie, ihren Ideen mit einfachen Prototypen und Zeichnungen physisch Gestalt zu verleihen. Einmal keine Angst vor «schlechten» Ideen zu haben und sich nicht auf das aktuell Realisierbare zu beschränken, bot den Schüler:innen eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag.

Grosse Produktideen für morgen

Kaum war eine mögliche Lösung für das gewählte Problem gefunden, identifizierten sich die Schüler:innen mit ihrer Idee. Sie kreierten begeistert Logos und Slogans und konzentrierten sich darauf, die Vorzüge ihrer digitalen Lösung hervorzuheben. Die eigene App sollte sich von bestehenden Produkten abheben und oft nichts geringeres als die beste App aller Zeiten sein. 

So entstand beispielsweise «Hobby-Los!» eine Plattform für Personen auf der Suche nach einer neuen Freizeitbeschäftigung mit einer integrierten Funktion zum Abgleich des eigenen Kalenders. 

«Lee-C» will den Toilettengang mit Reservationsplattform und Verfügbarkeitsanzeige im Schulhaus Lee in Winterthur revolutionieren. 

Eine tolle Idee waren auch die «Treppen für Alle», Treppen mit anpassbarer Stufentiefe für Rollstuhlfahrer:innen und Kinderwagen. 

Und: endlich kommt  «Jederzeit überall», ein Abonnement für das Teleportieren rund um die Welt.

Mit Empathie & Logik zu starken Problemlösungen

Die Schüler:innen nehmen von ihrem Workshop mit, wie spannend es ist, Produkte für eine zunehmend digitale Zukunft zu entwerfen. Aber sie entdeckten auch, wie anspruchsvoll das Denken und Handeln für unterschiedliche User-Bedürfnisse ist. Nach dem Tag waren sie sensibilisiert, wie sehr uns die digitale Welt beeinflusst und wie viel Potential diese hat. Sie lernten, dass viele Berufsbilder zur Gestaltung der Zukunft beitragen und dass sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten könnten – aber auch, dass der Nutzen der Digitalisierung immer im Zentrum stehen muss.

Warum Technikwochen bei Zeix?

Seit 2016 führt Zeix in Kooperation mit IngCH regelmässig Workshops zur akademischen Berufswahl mit Schüler:innen von Gymnasien durch. Die Jugendlichen lernen Methoden kennen, um digitale Produkte unter Einbezug der Benutzerbedürfnisse, technischer und ethischer Überlegungen zu entwickeln. 

Die Arbeit mit den Schüler:innen ermöglicht uns User Experience Profis, Talente zu wecken und Jugendliche frühzeitig in das Design einer teils digitalen Umwelt einzubeziehen.

 

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