Laptop mit geöffneter ChatGPT-Oberfläche; im Fokus steht das Eingabefeld mit der Frage «What can I help with?», die Tastatur ist unscharf im Vordergrund.

Generative KI-Modelle wie ChatGPT, Gemini oder Claude verändern, wie wir Texte erstellen und konsumieren. Oft merken Lesende schnell: «Das klingt nach KI» – «Das hat sicher ChatGPT geschrieben.» Viele Content-Verantwortliche sind sich unsicher, wie sie generisches KI-Gefasel vermeiden können. Wir geben Ihnen praktische Tipps zum Schreiben mit KI – die übrigens auch mit Co-Pilot, Claude und Co. funktionieren. 

ChatGPT fürs Schreiben einrichten

Wer ChatGPT & Co. im Content Marketing nutzt, sollte der KI stilistische Vorgaben machen. Schon wenige Parameter sorgen für konsistente und passende Ergebnisse. Besonders wichtig sind diese vier:

  • Sprachvariante:
    Definieren Sie die gewünschte Sprache und Schreibweise, z. B.:

    Nutze Schweizer Hochdeutsch: «ss» statt «ß» und « » als Anführungszeichen.
     
  • Tonalität:
    Primär englischsprachige (amerikanische) Modelle wie ChatGPT neigen dazu, Texte reisserisch  zu formulieren. Weil sie oft auf Web-Content trainiert wurden, der auf Klicks und Aufmerksamkeit ausgelegt ist. Das begrenzen wir etwas, indem wir der KI den Stil des Textes vorgeben:

    Schreibe den Text informativ, zurückhaltend und faktenbasiert. Fasse dich kurz.

    Soll der Text locker oder formell sein? Du oder Sie? Falls unklar, lassen Sie die KI eine Tonanalyse eines bestehenden Textes aus einer Publikation machen:

    Analysiere den Ton dieses Textes in zwei Sätzen.
     
  • Inklusive Sprache:
    Legen Sie fest, wie Gendern gehandhabt werden soll:

    1) Verwende geschlechtsneutrale Begriffe. 
    2) Falls nicht möglich: Gärtner:innen.

    Überlegungen dazu im Artikel Warum wir den Gender-Doppelpunkt verwenden
     
  • Eigener Wortschatz:
    Halten Sie unternehmensspezifische Begriffe fest, um Konsistenz zu sichern:
    Nutze die definierten Begriffe:

    Zeixie (Plural: Zeixies)
    Ersetzt diese Synonyme: Mitarbeitende, Mitarbeiter:innen von Zeix, Team Zeix 

Hinterlegen Sie Ihre Stilvorgaben am besten direkt im KI-Tool – z. B. in den Einstellungen von ChatGPT unter «Einstellungen». Alternativ können Sie die Regeln zu Beginn eines Chats als Prompt einfügen.

Einstellungen zur Personalisierung in ChatGPT mit Auswahl des Tonfalls («Effizient»), individuellen Sprachregeln für Deutsch (Schweizer Hochdeutsch) sowie Profilangaben wie Nickname.
Personalisierungseinstellungen von ChatGPT

Ein kostenpflichtiger Account bei ChatGPT – oder dem LLM Ihrer Wahl –  lohnt sich: Damit lassen sich Projektordner oder benutzerdefinierte Modelle (z. B. customGPTs) anlegen – ideal, wenn Sie regelmässig Content für verschiedene Publikationen und in unterschiedlichen Stilen erstellen.

Bereich «Meine GPTs» mit Tabs («Von mir erstellt», «An mich weitergegeben») und Option, einen eigenen GPT zu erstellen.
Benutzerdefiniertes Modell erstellen bei ChatGPT

Vorgehen beim Schreiben mit KI

Die Vorbereitung ist abgeschlossen, die Content-Produktion mit KI kann beginnen.
Für die Schreibarbeit mit KI gilt: Gute Texte brauchen menschlichen Input.

  • Arbeiten Sie mit eigenen Notizen, Ideen oder Entwürfen.
  • Arbeiten Sie iterativ: Schritt für Schritt statt in grossen Sprüngen. Stellen Sie gezielte Fragen und verfeinern Sie die Antworten im Dialog. So behalten Sie die Kontrolle über Inhalt und Aussage.
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Nutzen Sie Sprachmodelle wie ChatGPT als Unterstützung Ihrer Ideen, nicht als primäre Text- oder Ideenquelle.
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Schritt 1: Ideensammlung & Kontext

Am Anfang steht immer die Idee – oder ein Ziel. Hier kommt der Mensch ins Spiel: Welche Art von Content möchten Sie erstellen? Was soll der Beitrag bewirken?
Was für Autor:innen selbstverständlich ist, muss die KI explizit hören– nur so versteht sie den Kontext. Geben Sie deshalb Ziele und Gedanken in einem Outline oder Dispositiv mit.

  • Zielgruppe: Soziodemografische Angaben zu den Personen, an die sich der Text richtet.
  • Leser-Persona: Idealer Kontakt, dem Sie den fertigen Artikel senden würden.
  • Nutzen für die Leser:innen: Was Leser:innen nach dem Lesen besser können oder verstehen sollen.
  • Suchbegriffe (Keywords): Keywords, mit denen Nutzende den Artikel in Suchmaschinen finden sollen.
  • Länge: Wie lang soll der Content werden? In Wörtern oder Leseminuten.
    Benutzen Sie die Outline, um im Internet nach möglichen relevanten Quellen für Ihren Inhalt zu suchen.
     

Schritt 2: Gliedern

Sammeln Sie Ergebnisse der Ideenfindung (Quellen und Details) in einem Notizprogramm. 

Nutzen Sie diesen ersten Entwurf, um eine sinnvolle Strukturierung anhand von Überschriften zu entwickeln und diese auf Eignung für die Content-Art und Zielsetzung prüfen zu lassen.

Verfeinern Sie die Gliederung mit Notizen und Quellenauszügen (z.B. als Bullet-Points), um anschliessend fliessend ins Schreiben überzugehen.

Schritt 3: Schreiben in Absätzen

Mit Gliederung und Notizen formt die KI aus losen Fragmenten schnell fliessenden Content und liefert so den ersten Entwurf. Für den notwendigen Kontext laden Sie vorhandene Quellen (z.B. technische Dokumente) mit der gewünschten Artikelstruktur hoch.

Arbeiten Sie stets in Abschnitten. Vorsicht bei Tools, die den ganzen Text bearbeiten (z.B. Canvas), da sonst wichtige Gedanken in endlosen Streams verloren gehen können.

Besonders beim Feinschliff einzelner Sätze oder beim Finden von guten Synonymen kann Ihnen Ihre Schreibkraft und Duden-Kennerin zur Hand gehen. Denken Sie bei diesem Schritt besonders iterativ.

Schritt 4: Lektorat mit KI

Sobald ein solider Entwurf steht, kann ChatGPT beim Überarbeiten helfen. 

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Erst ab jetzt arbeiten wir mit dem ganzen Text: aus der KI-Schreibkraft wird eine konstruktive Lektorin - zumindest mit unseren Prompts.
»

Wichtig ist der Bezug zur Textsorte und Zielsetzung:

  • Form des Inhalts:
    Hilf mir, meinen Blogbeitrag für das Magazin auf zeix.com zu schreiben, indem du einzelne Absätze lektorierst. Gib dein Feedback einzeln zu jedem Absatz und begründe deinen Vorschlag kurz.
  • Ziel des Inhalts:
    Der Text soll praktische Tipps für Autor:innen geben, wie man LLMs für die Content-Produktion nutzen kann.

In einer schrittweisen Überarbeitung polieren wir in Kooperation mit der KI den Inhalt. Sie müssen nicht alle Vorschläge Ihrer synthetischen Lektorin oder Redakteurin übernehmen. Der Inhalt soll seine Identität beibehalten.

ChatGPT kann auch als Erstleserin dienen. Doch Vorsicht: ChatGPT (oder ein LLM) will oft gefallen. Für wirklich kritisches Feedback braucht Ihr KI-Assistent ein bisschen Rollenspiel:

  • Kritische Beurteilung einfordern:
    Du bist eine sehr kritische Chefredakteurin. Beurteile Relevanz und Verständlichkeit meines Blogbeitrags zu [Thema] für [Unternehmen]. Bewerte mit einer Note von 1.0 (sehr schlecht) bis 6.0 (sehr gut).
     

Schritt 5: Content transformieren

Ist der Haupttext geschrieben, helfen LLMs wie ChatGPT, Claude oder Gemini, den Content für verschiedene Kanäle aufzubereiten. Hier laufen KIs zur Hochform auf und können mit ihrem Wortschatz und Sprachfertigkeit glänzen.
Ob LinkedIn-Post, Teaser für eine externe Website oder eine Kurzfassung fürs Intranet: Mit den richtigen Prompts verwandelt die KI Ihren Artikel in kurzen Content – inklusive Emojis, Hashtags oder Call-to-Action.

Ein Beispiel:

Generiere einen LinkedIn-Post aus diesem Text. Der Post soll die Nutzer:innen dazu bringen, diesen Blog-Text zu lesen.

Wenden wir diesen Prompt auf den aktuellen Artikel an, könnte das Resultat so aussehen:

Viele Teams nutzen ChatGPT fürs Schreiben. Aber oft bleibt das Resultat generisch oder «klingt nach KI». Woran liegt das?
Nicht an der Technologie, sondern am Vorgehen.

In unserem neuen Blogartikel zeigen wir:

  • warum gute Texte gute Rohdaten brauchen
  • wie Sie ChatGPT Schritt für Schritt als Co-Autorin einsetzen
  • welche Prompt-Faustregeln wirklich helfen
  • wie Sie Qualität sichern statt «Content aus dem Nichts» zu produzieren

Praxisnah. Ohne Hype. Mit echten Beispielen aus dem Content-Alltag.

👉 Jetzt lesen: Schreiben mit KI – so wird ChatGPT & Co. zur echten Unterstützung

[Link zum Blog]

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Lifehacks zur Qualitätssicherung

Experimentieren Sie mit Perspektivenwechseln, um die Verständlichkeit Ihres Artikels zu prüfen. Eine einfache Methode: Lassen Sie sich den Text für ein fünfjähriges Kind, eine Touristin oder einen neuen Mitarbeitenden erklären.

Beispiel-Prompt:

Erkläre den Inhalt dieses Artikels für ein fünfjähriges Kind.

So erkennen Sie schnell, ob Ihre Botschaft klar, logisch und verständlich aufgebaut ist – oder ob noch zu viel Fachjargon im Spiel ist. Füttern Sie solches Feedback direkt in Ihre Vorlage, um die Zusammenarbeit mit Ihrem KI-Tool laufend zu professionalisieren. 

Fazit

Für überzeugenden Content sind ChatGPT, Gemini & Co. starke Co-Autor:innen und Sparringspartner:innen – vorausgesetzt, sie werden gut gebrieft. Für inhaltliche Tiefe, Qualitätssicherung und resonantes Storytelling braucht es stets Ihre Gedanken, Ihre Sprache und Ihr kritisches menschliches Urteilsvermögen. Der Erfolg liegt in der bewussten, iterativen Führung des KI-Tools durch Sie als Mensch, um generische Texte zu vermeiden und die Kontrolle über die Aussage zu behalten.

Expertisen und Content

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