Meetup ZurichJS: Reaktivität ohne Frameworks
Dienstag
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Reaktivität – also der Mechanismus, bei dem sich Zustände auf einer Website automatisch aktualisieren, sobald sich etwas ändert – gilt heute als einer der Hauptgründe, ein Frontend-Framework einzusetzen. Dabei wird oft übersehen:
Reaktivität ist kein Framework-Feature, sondern ein Prinzip.
Frameworks bringen dieses Prinzip zwar mit – aber auch viele zusätzliche Annahmen über Rendering, Routing und Architektur. Und die sind nicht immer nötig. Gerade bei inhaltsreichen Websites mit vielen Texten, Bildern, Videos, Infografiken und punktuell interaktiven Funktionen entsteht so schnell unnötige Komplexität – und ein Ressourcenverbrauch, der in keinem guten Verhältnis zum tatsächlichen Bedarf steht.
Esther Brunner von Zeix erklärt bei diesem Meetup, wie sich Reaktivität als eigenständiges Konzept nutzen lässt – unabhängig von einem Framework. Im Zentrum steht ein schlanker Ansatz über Signals, der Zustände und ihre Abhängigkeiten modelliert, ohne dass ein Framework die Kontrolle über die Website an sich reissen muss. Das Ergebnis: weniger Overhead, klar strukturierte Logik, bessere Wartbarkeit und mehr Kontrolle über den eigenen Tech-Stack.
Anhand konkreter Beispiele zeigt Esther, wie sich auch anspruchsvolle Interaktionen mit einfachen Mitteln abbilden lassen. Le Truc basiert auf Web Components, dem offenen Standard des W3C für Komponenten, um serverseitig ausgeliefertes HTML mit Interaktivität zu erweitern. Asynchrone Prozesse werden dabei genauso behandelt wie synchrone: als Teil desselben reaktiven Systems, ohne zusätzliche Sonderlogik.
Der Kerngedanke des Inputreferats ist deshalb keine Absage an Frameworks, sondern eine Einladung zum genaueren Hinschauen: Wer eine Website mit viel Inhalt baut, sollte nicht automatisch zum nächsten JavaScript-Framework greifen. Vielleicht reicht auch ein schlankerer, überlegter und datensparsamerer Ansatz – zum Beispiel mit «Le Truc».
Zum Einstieg ins Thema haben wir einen Grundlagenartikel veröffentlicht: «Schnellere Websites ohne grosse Frameworks».
Der Vortrag unter dem Titel «Reactivity without Framework» findet auf Englisch statt.