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Leserbrief von inside-it

Wow, mein erster echter „Leserbrief“ ist eingetroffen. War schon drauf und dran zu posten, dass der Unterschied zwischen mir und Annik Rubens ist, dass wenn die im Podcast sagt: „Schreibt mir doch mal in die Comments, wie bei Euch das Wetter ist“ (oder etwas vergleichbar Banales), dann machen das 50 Leute, während sich bei mir auch bei ganz konkreten Fragen nur jemand meldet, wenn es einen technischen Fehler gibt. Das wiederum ist natürlich auch ehrenvoll und unverzichtbar.

Also, auf mein Posting Der Newsletter von inside-it.ch schreibt der Herausgeber Christoph Hugenschmidt untendrunter einen differenzierten Kommentar. Danke. Ich erlaube mir, da es schon zwei Wochen her ist und wohl die wenigsten den neuen Kommentar-Feed abonniert haben, in einem neuen Beitrag zu antworten.

Lieber Peter
Herzlichen Dank für Deine Besprechung von inside-it.ch. Wir nehmen Deine Kritik ernst.
Schade, dass Du uns nicht einen Link auf Deine Kritik gesandt hast. Dann hätten wir eher reagiert.

Lieber Christoph (Ich kannte ihn übrigens bisher nicht.)
Ich kann ja nicht allen einen Link schicken. In den letzten Tagen habe ich hier iTunes, Harald Schmidt, Gmail, die Post etc. besprochen. Soll ich allen Bescheid sagen? Das sieht doch aus wie Hardcore-Akquise. Nein, wenn jemand interessiert ist, wie er im Netz repräsentiert ist, dann findet er sich schon irgendwann. Zugegeben, bei Blogs wäre „sofort“ besser. Tja. Das kann ich Dir nicht abnehmen. Google Alert setzen? Habe ich auch für „Zeix“ und „Peter Hogenkamp“, und abgesehen davon, dass er je nach CMS manchmal Zeug mehrfach schickt, funktioniert es sehr gut. Ist halt nicht so schnell wie die Alternative Technorati Watchlist, aber der traue ich noch nicht so ganz.

html-Mails mögen wir aus bestimmten Gründen nicht. Unter anderem, weil nicht alle E-Mail-Clients sie überhaupt zulassen.

Halb akzeptiert. html als Option bei der Anmeldung? Zugegeben, dann liest man es heute am PC und morgen auf dem PocketPC, und schon ist es wieder Mist. Was ist denn mit Multipart? Habe bisher nur in Pitches gehört, aber noch nie live gesehen, es sei denn, ich hätte es nicht gemerkt, weil es so toll funktioniert. Was ich einfach sagen will: Wenn Euer ganzes Business zu einem nicht unerheblichen Teil auf dem Newsletter basiert, müsst Ihr bei solchen Themen fitter sein als ich. 🙂 Und halt mehr Aufwand treiben als der 08/15-Newsletter. nemuk zieht nächsten Monat auch in die Kanzleistrasse, lad mal Qris Riner zum Kaffee ein, der weiss das doch alles im Schlaf.

Die Sache mit den Abständen stimmt – bei E-Mail-Clients, die default-mässig html erwarten. Aber die Mäuse haben heutzutage doch Räder, nicht?

Klar haben die Mäuse Räder. Aber ist trotzdem besser, wenn man keine Repetitive Stress Injury im Zeigefinger bekommt, weil Euer Newsletter so lang ist. Finde ich.

Die offen liegenden Links („noise“ in Deiner Lingo) sind bewusst so. So kommen sie in jedem Fall und mit jedem E-Mail-Client durch. Wir haben uns das so ausgedacht. Falsch?

Nee, aber nicht besonders usable. Dieses ganze Web ist technisch noch nicht so weit gekommen, dass die URL überhaupt keine Rolle spielen würde. Und bei Euch könnte sie einem einen zusätzlichen Hinweis auf den Inhalt geben, zumal wenn die Überschrift kryptisch ist, s.u., aber das macht sie nicht. Auch wenn ich im Browser am nächsten Tag http://www.inside-it.ch zu tippen anfange und eine halbe Sekunde warte, werden mit AutoComplete vier URLs vorgeschlagen: http://www.inside-it.ch/articles/4929, http://www.inside-it.ch/articles/4937, http://www.inside-it.ch/articles/4943, http://www.inside-it.ch/articles/4944. Welches davon war nochmal der interessante Artikel, den ich dringend einem Freund weiterleiten wollte? 😉

Mit Signal-to-Noise-Ratio meine ich etwas anderes. Das ist eine etablierte Grösse, glaub eigentlich in der Nachrichtentechnik. Die Definition bei Wikipedia ist leider entsprechend technisch, aber bei answers.com steht der Zusammenhang, den ich meine: «As a Metaphor: The terms „signal“ and „noise“ are also used in chat rooms and Usenet discussions to refer to „meaningful discourse“ versus „worthless blather.“ Of course, the latter is always a subjective opinion.“» Für unsere Zwecke übersetzt: Es ist mühsam für den Leser, wenn er sich aus relativ viel Zeichen-Zeug die wenigen für ihn sinnvollen Inhalte herausfiltern muss. Zeug sind bei Dir z.B. die URLs (und wiederum die Leerzeilen), denn die tragen fast keine für den User sinnvolle Information, ausser dem Fünkchen, dass man weiss, dass man immer auf Eure Site geleitet wird und nicht etwa jedesmal woandershin.

Zu den Titeln: Kritik akzeptiert. Wir haben noch zu viele „rätselhafte“ Titel. Andererseits haben wir viele LeserInnen, die genau das loben und mögen. Die Sache mit den Titeln ist eine Gratwanderung, auf der wir mal auf die eine (laaaangweilig), mal auf die andere (ich komm nicht draus) Seite kippen. Wir arbeiten dran, versprochen.

Na ja. Wenn man Leser hat, die Rätselraten toll finden und dafür Zeit haben. Ich habe 50 Subscriptions in Bloglines, und die Postings wollen auch alle gelesen werden, und die meisten buhlen mit verständlichen Titeln um meine Gunst.

Müsst Ihr letztlich selbst wissen. Ihr seht ja auch an den Clickthroughs, was zieht. Vielleicht liege ich total daneben und Rätsel-Headlines sind der Traffic-Magnet.

Das erste Beispiel, das Du erwähnst, (Nie mehr verschlafen), ist allerdings grad falsch. Das ist die „Freitagabend-Nachricht“ – eine Kolumne, wie sie auf Nachrichtenseiten in der ICT-Szene selten und geschätzt ist. Und die hat immer rätselhafte Titel. Mein Favorit: The Good, The Bad and the Will http://www.inside-it.ch/articles/1103

Ahso. Da habe ich leider das Seminar verpasst, in dem der ganze Rest der Schweizer IT-Szene, als war geschult wurde, dass die Freitagabend-Nachricht immer rätselhaft ist. Sorry. 🙂

Aufgefallen ist mir, dass Du inhaltlich nicht Stellung beziehst. Ob unsere Themenwahl gut oder schlecht ist, ob wir Stories recherchieren oder nicht, ob wir Sachen haben, die andere nicht bringen. Darüber sagst Du nichts. Was ich schade finde.

Doch, habe ich, allerdings für meine Verhältnisse sehr knapp: „Habe durchaus Bedarf an der präsentierten Information.“

Ich mach ja hier einen Usability-Blog und kein IT-Nachrichtenwatch. Und wie gesagt, ich hatte den Newsletter damals rund eine Woche, da war es mir einfach noch zu neu, um was dazu zu sagen.

Aufgefallen ist mir seitdem Euer Stil, Nachrichten teilweise auch „Blog-ähnlich“ in einen Kontext zu stellen und zu kommentieren, zum Beispiel in 2,3 Millionen Arbeitslose wegen Weblogs. Das ist sicher pfiffig gemacht, aber man könnte sich die Frage stellen, ob hier nicht Nachricht und Kommentar zu eng verzahnt sind. Weil es ja auch einen geben muss, der die Nachrichten emotionslos nackt präsentiert, damit sie eben die anderen dann kommentieren können. Vielleicht seid Ihr ja im Geiste ein Blog, der nur als Newsletter daherkommt. 🙂

Aber wie gesagt, das weiss ich selbst nicht. Ich behalte das mal im Hinterkopf und sag’s Dir dann.

Kommentare

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andreas

28.10.2005 - 10:11

Der Nur-Text-Newsletter ist sehr zu begrüssen. Funktioniert im Gegensatz zu den html-Dingern überall zuverlässig, zumal die meisten html-Newsletter sehr grauslig sind – html ist fürs Web und Plain Text für E-Mail. Die grossen Abstände zwischen den Zeilen werden wahrscheinlich durch das rn-Problem-hervorgerufen, sofern sie nicht gewollt sind. Liesse sich imo korrigieren, wenn der Newsletter, sofern er von einer unixoiden Maschine aus gesendet wird, auf n umgestellt wird.

andreas

28.10.2005 - 10:14

Die Kommentar-Verarbeitung scheint auch ein Problem zu haben und entfernt Backslashes vor r und n. Also oben bei rn (Return/Newline)und n (Newline) noch zwei respektive einen Backslash dazudenken…

Peter Hogenkamp

28.10.2005 - 10:29

html ist fürs Web und Plain Text für E-Mail Das ist die klassische Hardcore-Informatiker-Argumentation. 🙂 „Was haben Bilder in meiner Inbox verloren? Die kann ich mir ja holen. Ineffizienter Medieneinsatz.“ Prinzipiell nichts dagegen, aber nicht alle sind Informatiker, und Werbung ist nun mal tendenziell bunt. Wenn alle anderen html-Newsletter machen, sieht der Nur-Text-Newsletter vielleicht irgendwann etwas alt aus. Ich weise allerdings in jedem Newsletter-Workshop, ein paar habe ich doch schon gemacht, darauf hin, dass der von Tchibo, also von einem der erfolgreichsten Online-Versender, immer noch nur Text ist. Und die werden sich auch etwas dabei denken. Gruss, Peter Sorry für den Backslash. Keine Ahnung, welche Sonderzeichen beim Posten ersetzt werden.