Nach oben

KKL Luzern: Unnötige Hindernisse, bis die Musik in den Ohren ertönt.

Voller Vorfreude wollte ich kürzlich für meine Eltern und mich Tickets für ein Konzert im KKL kaufen, sozusagen als verspätetes Weihnachtsgeschenk.

Nachdem wir uns überraschend schnell für ein Konzert entschieden hatten, wurde ich auf der Website www.kkl-luzern.ch arg ausgebremst: Ich habe bereits das Konzert ausgewählt. Doch wie um Himmelswillen kann ich die Kategorie und Sitzplätze auswählen? Ich sehe bloss ein Foto des Saales und eine Legende der Kategorien und Preise. Doch die Sitzplätze sehe ich nirgends. Auf der grafisch nicht gerade ansprechenden Seite finde ich auch keine Anleitung, wie es weitergehen soll.

Apropos Ästhetik: Die Website sieht sehr altbacken aus. Jean Nouvel spielte bei der Architektur des KKLs auch mit Kontrasten. Doch soll die altmodisch wirkende Website wirklich im Kontrast zum modernen KKL stehen? Ich bezweifle das.

Nach längerem Lesen und Suchen jedenfalls fahre ich mit der Maus per Zufall über das Foto, welches mir wenigstens im Mouseover anzeigt, wo wie viele leere Sitzplätze im entsprechenden Sektor vorhanden sind. Gemäss dem Prinzip «trial-and-error» klicke ich in das Foto. Und siehe da: Es zeigt mir den Sitzplan für den 1. Balkon. Auch hier erhalte ich keine Anweisung, wie es weitergeht. Schliesslich funktioniert es wie im Foto: Mit der Maus kann ich auf einen Sektor klicken, wo ich meine 3 Sitzplätze aussuchen kann.

Die Sitzplatzwahl visuell darzustellen ist sinnvoll und wird vom User gewünscht. Doch braucht es ein wenig Text, um den User durch den Prozess zu führen. Ein kleiner Satz à la «Fahren Sie mit der Maus über das Foto und wählen Sie den gewünschten Sektor per Mausklick.» ist hier absolut notwendig. Mit coolen interaktiven und visuellen Features alleine ist es nicht getan. Der User sollte immer «an der Hand genommen» und durch den Prozess geführt werden.

20 Minuten später kann ich mir das Ticket selber ausdrucken. Wobei es dann auch vor dem Konzert zu einer kurzen Episode kam: Die Ticketkontrolleure konnten nämlich das Ticket beinahe nicht entziffern, weil die Schrift zu klein ist – und das Licht vor dem Saaleingang im KKL zu düster.

Mein Fazit: Das KKL-Erlebnis ist noch nicht ganz «webtauglich»!

Kommentare

2
Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Jeanine Troehler

27.05.2009 - 12:35

@mds: Was läuft denn bei der Zürcher Oper falsch?

mds

26.05.2009 - 16:26

Fast so schlimm wie die Zürcher Oper … :->